Immer mehr Krankenkassen erheben einen Zusatzbeitrag von Ihren Kunden. Die Beiträge schwanken zwischen 8,00€ - 12,00€, manche Krankenkassen erheben sogar 1% vom Bruttolohn. Ist durch diesen Erhöhung ein Wechsel / Kündigung der Krankenkasse möglich?

Bei immer mehr Verbrauchern fliegen die Schreiben in die Briefkästen. Krankenkassen erheben Zusatzbeiträge.

Auch ich habe heute den Brief öffnen müssen und ich wusste schon was auf mich zu kommt. Die Deutsche BKK erhebt von mir nun ab Februar jeden Monat 8,00€ extra.Ein wenig schmunzeln musste ich darüber schon. Es ist ja nun nicht gerade wenig was jeden Monat vom Lohnzettel an die Krankenkassen geht und ich rechne jetzt noch 8,00€ dazu. Der eine lacht über die 8,00€, der andere muss diesbezüglich wieder bei etwas anderem sparen.

Eine Frage die ich mir danach stellte war: Kann ich meine Krankenkasse jetzt kündigen /wechseln? Die Antwort darauf lauetet “JA”. Durch den Zusatzbeitrag hat der Versicherungsnehmer ein Sonderkündigungsrecht bis zur ersten Fälligkeit des Betrages (wäre bei mir lt. dem Schreiben der Deutschen BKK schon diesen Monat fällig). Jedoch muss die Krankenkasse auf das Sonderkündigungsrecht hinweisen (was die Deutsche BKK in meinem Schreiben nicht macht). Wenn dies nicht passiert, verlängert sich das Sonderkündigungsrecht um einen weiteren Monat.

Ich zitiere mal eine Stelle im Schreiben:

Ich möchte Ihnen nochmals versichern, dass wir alle Möglichkeiten geprüft haben und uns diesen Schritt sehr genau überlegt haben. Letztendlich sind wir aber zu dem Ergebnis gekommen, dass nur ein moderater Zusatzbeitrag die Qualität Ihrer Gesundheitsversorgung auch in Zukunft gewährleisten kann. Denn was nützt Ihnen eine günstige Kasse, wenn Sie im Leistungsfall eintritt.

Irgendwie ist die Formulierung nett gemeint, doch irgendwie klingeln bei mir immer wieder die Alarmglocken wenn ich diese Passage lese. Und die Definition von moderat kann man auch zweideutig sehen. Für den einen ist es sehr moderat, weil er ein großes Einkommen hat und 1% vom Bruttolohn schmerzhafter wäre. Der andere findet jegliche Zusatzkosten schon ab 1,00€ nicht mehr moderat.

Doch mit dem letzten Satz in diesem Zitat haben Sie mehr als nur ins schwarze getroffen. Auch in anderen Bereichen (wie Festnetz, KFZ Versicherung, Handy usw.) bin ich nicht bei den billigsten, sondern bei den Leistungsstärksten. Darum werde ich wegen diesem Zusatzbeitrag nie die Krankenkasse wechseln. Zum einen bin  ich sehr zufrieden mit der Deutschen BKK, Ihre (wie Sie es auch selber formulieren) “überdurchschnittliche Leistungsqualität”  ist mir bewusst und auch die gesundheitlichen Extraleistungen bietet nicht jede Krankenkasse. Zum anderen ist auch die alleinige Schuld bezüglich dieser Extrabelastung  nicht bei der Krankenkasse, sondern auch beim Staat zu suchen. Darum werde ich auch bei der BKK bleiben.

Zum Absschluss möchte ich noch eine eine kleine Passage aus dem Schreiben zitieren:

Bitte bedenken Sie: Den Zusatzbeitrag werden früher oder später alle gesetzlich Versicherten leisten müssen

Und damit haben Sie, so denke ich, auch recht. Wenn ich jetzt wechseln würde, stände ich in ein paar Monaten vielleicht wieder vor dem selben Problem. Und mit ein bisschen Pech wird man noch schwer krank und man muss auf Extraleistungen verzichten die man bei seiner alten Kasse erhalten hätte. Und diese Sicherheit im Krankheitsfall , ist mir 8,00€ im Monat wert!

Zum endgültigen Abschluss noch ein paar Links:

Quelle bezüglich des Sonderkündigungsrecht: Krankenkassen.info

6 Responses to “Wechsel / Kündigung wegen Zusatzbeitrag der Krankenkassen”

  1. b. bauer Says:

    Naja es lohnt sich gar nicht dass man wegen 8 Euro die Krankenkasse wechselt.

  2. Peter Says:

    Ich finde auf jeden Fall, dass es sich lohnt denjenigen Krankenkassen, die den Zusatzbeitrag erheben, die Rote Karte zu zeigen. Umgerechnet auf das gesamte Jahr läppern sich 8 Euro monatlich auch ganz schön zusammen.
    Wenn ich daran denke, wie lange ich schon keine Leistung der Kasse mehr in Anspruch genommen habe, dann sehe ich es einfach nicht ein, jetzt mit knapp hundert Euro im Jahr zusätzlich bestraft zu werden.
    Übrigens, nichts klappt so einfach wie ein Wechsel der Krankenkasse. In der Regel genügt ein Mitgliedsantrag bei der neuen Kasse. Der Rest, also Kündigung des alten Versicherungsverhältnisses, Meldung beim Arbeitgeber übernimmt die neue Kasse.

  3. SchulzeP Says:

    Schön auch mal andere Meinungen dazu zu hören.
    Ich habe auch lange keine Leistungen mehr in Anspruch genommen, aber wenn es ernst wird, weiß ich, dass ich mich auf die o.g. Versicherung verlassen kann.

    Jedoch kann ich andere Meinungen ebenso nachvollziehen.

  4. Moritz Says:

    Also ich habe wegen den 8,- EUR die Kasse gewechselt. Ich war bei der BKK und bin nun bei der AOK.

  5. Michi Says:

    Also ich habe auch von der Deutschen BKK zur AOK gewechselt.

    Monatlich 8 Euro summieren sich im Jahr auf 96 Euro + die 30 Euro Praxisgebühr, die ich mir beim “Hausarztmodell” spare machen dann immerhin schon 126 Euro.

    Die Leistungen sind annähernd identisch und bevor ich zum Facharzt ging, hab’ ich mir sowieso immer eine Überweisung geholt…

    Davon abgesehen geht’s mir um’s Prinzip.
    Die Deutsche BKK hat als eine der Ersten “hier” geschrien, als sie den Zusatzbeitrag erheben durften, jetzt bekommen sie die Quittung.

  6. Das erste Mal den Zusatzbeitrag bezahlt Says:

    [...] habe ja bereits HIER darüber berichtet, dass meine und auch viele andere Krankenkassen einen Zusatzbeitrag von Ihren [...]

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